19/12/2009
“Bildung überwindet Armut”
Dieser Leitspruch von meinem Trägerverein Jugend Eine Welt (www.jugendeinewelt.at) nimmt für mich hier in Malawi immer mehr Bedeutung an. Finanzielle Schwierigkeiten sind hier ein echtes Hindernis seine Ausbildung zu beenden. In Malawi sind die ersten acht Volksschuljahre noch gebührenfrei, ab der “secondary school”, die vier Jahre dauert, werden Gebühren verlangt. In der „secondary school“ sind diese noch vergleichsweise fair und gering, wenn es dann aber um weitere Ausbildung geht, ist es sehr schwierig, diese Kosten aufzubringen.
Bildung ist sehr wichtig, das ist allgegenwärtig. Ohne eine weitere Ausbildung hat man keine Chance einen Arbeitsplatz zu finden. Dies stellt ein großes Problem dar, denn der Arbeitsmarkt in Malawi ist ohnehin schon sehr klein.
Die meisten Großfamilien hängen finanziell von einer Person ab, was es höchstens erlaubt die Familie zu ernähren, es aber schwierig bis unmöglich macht, die Kinder weiter in die Schule zu schicken. Viele unserer Schüler haben auch nur mehr einen Elternteil oder gar keine Eltern. Besonders das Fehlen des Vaters ist ein Problem, den die Frauen sind meistens schlechter ausgebildet und haben keinen Beruf erlernt. Die Situation in den Dörfern ist meist noch schwieriger: Viele Mädchen werden zur frühen Heirat gedrängt, weil die großen Familien so viele Kinder nicht erhalten können.

Da Malawi primär von der Landwirtschaft abhängig ist, leiden jetzt viele Familien am späten Regen, der die Ernte verzögert. Wenn man nur ein kleines Feld besitzt, das gerade für den Eigenverbrauch reicht, kann man seine Kinder nicht weiter in die Schule schicken.
In der Volksschule, die für jeden zugänglich und gebührenfrei ist, ist die Zahl der Schüler enorm. Oft gibt es 120 Schüler pro Klasse, viele von ihnen haben das vorgesehene Alter überschritten, da sie aus diversen Gründen eine Klasse wiederholen oder länger ausgesetzt haben.
Nur ein kleiner Teil dieser Schüler schafft es durch das Abschlussexamen und in die “secondary school”, viele tun sich mit den Gebühren schwer und brechen die Schule vorzeitig ab. Die Familien planen nicht im Voraus, die Denkweise in die Erziehung der Kinder zu investieren ist in den Dörfern noch wenig ausgeprägt. Die Gebühren sind allerdings fair und man könnte sie bestreiten.

Auf dem Level der Colleges und Universitäten findet man nur einen sehr kleinen Prozentsatz von den Schülern, die die „Secondary school“ beendet haben. Die Gebühren sind sprunghaft höher als in der „secondary school“ und nur mit größerem ländlichen Besitz, mithilfe von Verwandten oder anderen Sponsoren kann man wenigstens eines seiner Kinder in die höhere Ausbildung schicken.
BOSCO geht es nicht nur darum, dass die Schüler ihre Schule fertig machen, sondern im Vordergrund darum, dass die gesponserten Schüler selbstständig werden und durch die Begleitung von BOSCO auf eigenen Füßen stehen.

In Österreich sind die Probleme der Bevölkerung von Entwicklungsländern weit entfernt. Wir hören und sehen Berichte in den Medien, aber sie schockieren uns schon lange nicht mehr, da die Probleme für uns schwer vorstellbar sind. Seitdem ich in Malawi bin, hat sich meine Sichtweise stark verändert. Schüler, die genau diese Probleme haben, sind jetzt meine Freunde und ich bin mit ihren Hindernissen und Anstrengungen vertraut. Ich kenne die Gesichter der Schüler, die wir sponsern, es ist keine fremde Organisation im fernen Afrika mehr die Waisen und Schülern hilft, nein ich selbst bin mittendrin und versuche mein bestes, die Schüler genauer kennenzulernen, Aktivitäten zu organisieren und ihre Probleme zu verstehen. Vor allem die Besuche bei den Schülern daheim eröffnen mir die Lebenssituation der Schüler, aber nicht nur das, die Besuche bieten mir die Möglichkeit die Kultur von Malawi kennenzulernen. Die Schüler haben gerade Ferien, viele sind auch heimgefahren um daheim auf dem Feld zu helfen.
Da BOSCO (die Webseite www.boscomalawi.org wird in Kürze fertig gestellt) auf private Sponsoren angewiesen ist, sind einige Schüler noch völlig unsicher, ob sie ihre Ausbildung im nächsten Schuljahr (Beginn: Jänner 2010) fortsetzen können.
Um dies zu gewährleisten, sind wir bemüht Verbindungen zwischen Österreich und Malawi herzustellen. Schon einmalige Beträge helfen unseren Schülern Teile ihrer Gebühren abzudecken. Wir suchen auch engagierte Personen, welche Partnerschaften für BOSCO-Schüler übernehmen wollen. Die Schüler würden sich auch freuen persönlichen Kontakt zu ihren Sponsoren aufzubauen, damit diese einen Einblick in ihr derzeitiges Leben bekommen.
Bei Interesse Mail an: info@boscomalawi.org

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