02/06/2010
Alltag
Wenn man bei uns morgens aus dem Haus geht, wird man von 6700 Schülern begrüßt, die die Tsabango Primary School besuchen. Anschließend versucht man sich seinen Weg durch die verschiedenen Klassenräume im Freien zu bahnen und wird dabei von einem Konzert aus „Asungu“-Schreien (Asungu = Weißer) begleitet. Wenn man es dann geschafft hat, sich durch die Menge zu kämpfen, geht’s auf zur Morgen-Assembly, einer Versammlung aller Schüler im Hof. Meistens hält einer der Lehrer oder Priester eine kurze Ansprache (morning talk, eine kleine Geschichte oder Anekdote) nach dem gemeinsamen Gebet.

Dann geht’s auf zu den verschiedenen Aufgaben des Tages.
Nach der Versammlung mache ich mich auf den Weg in die Volksschule und werde auch dort herzlich von den Kindern begrüßt. (Zuvor bahne ich mir noch einmal den Weg durch die 6700 Tsabango-Volksschüler.)

Der Unterricht ist meistens ziemlich lebhaft und startet mit einem gemeinsamen Sprechchor: „Good morning class!“ Alle Schüler stehen gleichzeitig auf und antworten: „Good morning Madam!“. „How are you class?“ „We are fine and how are you?“ “I am fine.” “Thank you Madam” “Thank you, sit down.”
Danach starte ich mit dem Englischunterricht.
Die Schüler im College kenne ich mittlerweile ziemlich gut und wann immer man einem begegnet wird man mit dem in Malawi üblichen „How are you?“ gegrüßt.
Die Kids im Jugendzentrum geben einem immer wieder frische Motivation: Auch wenn man den ganzen Nachmittag nur dahockt und „Bandln“ knüpft oder Origami mit ihnen faltet, es sind immer gleich fünfzig Kinder um einen herum und sie freuen sich, wenn man ihnen etwas zeigt oder ihnen einfach nur Aufmerksamkeit schenkt. Die Größeren spielen meistens in ihren Sportteams – Basketball, Volleyball, Fußball und Netball… Wenn man dann abends müde heimkommt und sich nur mehr auf die Dusche freut, weiß man, warum man Volontär geworden ist.

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