02/06/2010
What am I doing down here on this side of the planet?
Unterrichten
An zwei Vormittagen in der Woche unterrichte ich Englisch an einer privaten Volksschule nah am Projekt im Ausmaß von 6 Stunden. Dort bringe ich viele meiner Ideen in den Unterricht ein, bereite die Stunden selbst vor und werde vom Klassenlehrer mit Übersetzungen unterstützt. Dadurch dass die Klassen und die Schule sehr klein sind, ist die Arbeitsatmosphäre sehr angenehm und produktiv.

Die Mtengo wa Academy Primary School ist eine private Volksschule und die Schüler müssen pro Trimester eine Schulgebühr zahlen (5 Euro pro Monat). Die Schüler haben genug Klassenräume, die auch mehr oder weniger mit Bänken ausgestattet sind. Es gibt eine Kindergartenklasse und die anderen Klassenstufen reichen von Standard 1 bis Standard 7. Ich unterrichte Englisch in Standard 4 und in Standard 6 (die Kinder sind ungefähr 9-12 Jahre alt). Die beiden Klassenlehrer von Standard 4 und 6 unterstützen mich während dem Unterricht mit Übersetzungen oder helfen mit Erklärungen aus. Ich gestalte den Unterricht nach dem Lehrplan, bringe aber auch viele meiner eigenen Ideen ein.
Ich sammle auch viel Erfahrung im Planen von Unterrichtsstunden und Ausprobieren von diversen Unterrichtsmethoden.

Mein neuestes Ziel ist die Lesefähigkeit der Schüler zu fördern. Deshalb ist mir eine Idee gekommen, die ich gerade gemeinsam mit dem Lehrer umsetze: Wir haben eine Klassenbücherei gestartet. Die Schüler haben keine Bücher daheim und auch sonst zu wenig Lesematerial. So habe ich mir ein paar englische Kinderbücher ausgeborgt und abgeschrieben. Nun können die Schüler jeweils einen Teil des Buches ausleihen und daheim lesen. Dazu stellen wir dann verschiedene Aufgaben.
Freitagvormittag unterrichte ich für 2 Stunden am College. Alle Kurse werden in den Basics von Computer eingeführt und ich helfe beim „Accountancy „1 Kurs aus und unterrichte Word.
Wenn Lehrer ausfallen, übernehmen Anna und ich manchmal diese freien Stunden und nützen sie um „Lifeskills“ zu unterrichten. Im Februar waren zwei Lehrer für eine Woche abwesend und wir haben angefangen alle Klassen Tips für Lernmethoden zu geben. Mittlerweile haben wir verschiedene Themen vorbereitet und auch unterrichtet. Wir bereiten auch Diskussionsthemen vor oder geben einen anderen sinnvollen Input. Themenbeispiele sind Kommunikation, Konfliktmanagment, „Study Skills“, Präsentation, Spiritualität usw.… Durch diese Stunden sammeln wir ziemlich viel Erfahrung im Unterrichten und Planen von Stunden und erfahren auch viel über die Sichtweise der Malawier. Auch die BOSCO-Schüler profitieren von diesen Stunden.
Schüleraktivitäten
Am Nachmittag nach der Assembly bieten das College und das Jugendzentrum Freizeitaktivitäten an. Es gibt einen Chor und Sportteams am DBYTI. Die Schule veranstaltet viele inner- und außerschulische Sportturniere. Es gibt aber auch einige andere Talente an der Schule und deswegen habe ich geholfen, interessierte Schüler für Schach, Theater und Tanzen zusammenzubringen. Gemeinsam mit einem BOSCO-Schüler habe ich einen Schachclub gestartet. Dies hat sich ziemlich erfolgreich entwickelt und einer unserer Höhepunkte war unser erstes Schachturnier, bei dem die besten drei Spieler Preise gewinnen konnten. (siehe Titelbild des Berichts) Mit den Einnahmen für die Registration zur Teilnahme am Turnier hat der Club es geschafft, ein neues Schachset zu erstehen. Dadurch hat sich der Club noch vergrößert und trifft sich nun regelmäßig an den Nachmittagen. Ein örtlicher Schachclub kommt hin und wieder zu einem Freundschaftsspiel und so können wir und sie unsere Spieler austauschen und verbessern. Unser nächstes Vorhaben ist ein außerschulisches Turnier mit dem Lilongwe Technical College zu organisieren.

Einige Schüler sind begabt in Theater und deshalb haben wir für das Don Bosco Feast ein kleines Stück geprobt und aufgeführt. Als nächstes steht ein etwas größeres Projekt an: Brother Joseph organisiert ein Musical über Don Bosco. Das Script wurde schon erstellt, nun geht es bald an die Probenarbeit, wo ich auch mithelfe.
Anna und ich nützen auch unsere Talente und haben einen kleinen klassischen Tanzkurs (Walzer, Cha-Cha-Cha usw.) gestartet. So konnten wir auch einen Teil von unserer Kultur präsentieren, was allen Teilnehmern viel Spaß macht und uns auch viel bedeutet.

aus: 2. Bericht Jahresvolontariat
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